
Erst kürzlich haben wir im Blog über Emmanuel Normans Tourstop-Sieg bei der Deutschen Meisterschaft im Kitelandboarden berichtet. Schon geht es Schlag auf Schlag: Noch im Juli folgt der nächste nationale Wettkampf, im August tritt Emmanuel beim Kitesurf-Worldcup an. Jetzt sollten wir also wirklich unser Versprechen einlösen und Euch den 19-jährigen Profi-Kiter vorstellen.
Emmanuel, kannst Du uns Nicht-Kitern erklären, was das Besondere am Kite-Sport ist?
Emmanuel: Es ist nicht allzu schwer die Basics zu erlernen, das bringt schnell Erfolgserlebnisse mit sich. Als erstes gilt es Kite-Schirm, Leinen und Board unter Kontrolle zu bringen. Ist das geschafft, kannst du auch schon abheben. Durch eine minimale Lenkbewegung wirst du dann innerhalb von wenigen Sekunden in die Luft gezogen. Das ist ein wahnsinns Adrenalin-Kick! Dann hängst du in der Luft – ohne Motor. Es ist vollkommen still. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl.
Das Besondere am Kiten ist aber auch, dass man von verschiedenen Untergründen aus starten kann: Wasser (Kitesurfen), Land (Kitelandboarden), Schnee (Snowkiten). Dadurch ist man ziemlich flexibel.
Welche Tricks und Techniken kommen in der Luft zum Einsatz und wie sieht das dann im Wettkampf aus?
Emmanuel: Eine große Rolle spielen Sprünge und Rotationen, wie Loops oder Rolls und Backrolls. Wichtig ist dabei vor allem, stylisch zu fahren und Tricks wie das Grabben, das Berühren des Boards mit der Hand, möglichst lässig umzusetzen. Wenn ich bei einer Meisterschaft freestyle, orientiere ich mich natürlich an meinen Konkurrenten und frage auch mal die Jury, ob sie lieber moderne oder eher Oldschool-Techniken sehen wollen. Ich gebe immer mein Bestes, trainiere hart und versuche mich stetig weiterzuentwickeln. Mein Wettkampf-Motto: Ich will auf jeden Fall gewinnen!
Mittlerweile bist Du in der Kite-Szene ganz vorne mit dabei. Wie hat sich Dein Leben durch Deine Erfolge verändert?
Emmanuel: Damals stand einzig und allein der Spaß im Vordergrund. Heute gibt es auch eine Menge Arbeit am Laptop zu erledigen, wie z.B Interviews geben, die Zusammenarbeit mit den Sponsoren und Berichte für Magazine schreiben. Das Geniale an der Sache ist: Durch die Zusammenarbeit mit den Sponsoren wird es mir ermöglicht, ferne Länder zu bereisen und an traumhaften Stränden zu trainieren.
Da kommst Du sicher viel rum. Was war Dein bisher spannendster Kite-Trip?
Emmanuel: Ganz klar, die Reise nach Ghana. Meine familiären Wurzeln liegen dort, ich selbst war aber zuvor noch nie da gewesen. Das war natürlich an sich schon sehr aufregend. Die ghanaischen Winde und die außergewöhnliche Kulisse haben das Kiten dort zu einem außergewöhnlichen Erlebnis gemacht. Darüber hinaus habe ich diesen Trip aber auch genutzt, um auf das Land, die Menschen und deren Probleme aufmerksam zu machen.
Das klingt ja super spannend. Nur wo kann man Kiten eigentlich lernen und welche Voraussetzungen sollte man dafür mitbringen?
Emmanuel: Kurse bieten Kite- und zum Teil auch Surfschulen an. Mir selbst hat anfangs allerdings ein Kumpel die Basics gezeigt. Man sollte auf jeden Fall körperlich gesund und sportlich sein. Ehrgeiz gehört natürlich auch dazu, genauso wie die Lust, sich anzustrengen. Wer Interesse am Kiten hat, sollte es einfach mal ausprobieren. Es lohnt sich auf jeden Fall!
Übrigens, Emmanuel ist natürlich, wie wir, ein großer Müsli-Fan. Seine Favorites: Schoko- oder Himbeermüsli und auf Reisen mymuesli2go.
